
Für manche Menschen endet der Bau des eigenen Hauses in einem finanziellen Fiasko, weil sie sich vorab nicht ausreichend informiert und nicht alles bedacht haben. Die künftigen monatlichen Zahlungen in die eigene Immobilie zu investieren, statt das Geld an einen Vermieter zu überweisen, klingt verlockend. Aber allein mit diesem Wunschgedanken ist es nicht getan.
Exakte Kosten ermitteln
Zuerst gilt es, die zu erwartenden Kosten genauestens zu bilanzieren. Zu den reinen Herstellungskosten für das Haus, die an Architekten, Baufirmen, Bauträger und andere am Bau beteiligte Firmen zu zahlen sind, kommen die Erwerbskosten für das Grundstück und für dessen Erschließung und Urbanisierung. Garten, Wege, Zufahrten, alle Arbeiten kosten Geld. Vielleicht können Eigenleistungen erbracht werden. Dann sind aber zumindest die Material- und eventuelle Maschinenkosten zu kalkulieren. Weitere Positionen sind Baugenehmigungen, Bauabnahmekosten, Grunderwerbssteuer, die Gebühren für die Eintragung in das Grundbuch und das Kataster, Notargebühren und die Kosten der Finanzierung.
Errechnung des Finanzbedarfs
Ist alles aufgelistet, kann der gesamte Finanzbedarf berechnet werden. Als eiserne Regel für eine Immobilienfinanzierung gilt nach wie vor ein Eigenkapitalanteil von 20 Prozent. So hoch sollte die Summe sein, die man selbst aufbringen kann. Die meisten Immobilienfinanzierer setzen dies zwingend voraus. Für die verbleibenden 80 Prozent gilt es dann eine möglichst preiswerte Finanzierung zu finden. Am weitesten verbreitet sind sogenannte Annuitätendarlehen. Hier finanziert eine Bank die Kosten vor und berechnet dafür Darlehenszinsen. Die monatlichen Überweisungen des Darlehensnehmers dienen der Zinszahlung und der schrittweisen Tilgung. In Zeiten niedriger Zinsen kann es sich lohnen, das Darlehen auf eine möglichst lange Laufzeit abzuschließen. Schnelle Tilgung und kurze Darlehenslaufzeit können die Vorteile niedriger Zinsen aber durchaus aufwiegen. Übliche Finanzierungen sind auch über Lebensversicherungen und mithilfe von Bausparverträgen.
Monatliche Raten genau kalkulieren
Um den Traum vom eigenen Haus Wirklichkeit werden zu lassen, darf die monatliche Belastung die eigenen finanziellen Möglichkeiten niemals übersteigen. Eventuelle kurzfristige steuerliche Vorteile oder anderweitig begrenzte Zuschüsse dürfen deshalb nicht mit eingerechnet werden. Sicherer ist dann eine längere Finanzierung mit geringerer Monatsrate.