
Der
Kauf einer Immobilie ist in den meisten Fällen die größte Investition, auf die sich Verbraucher einlassen: Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung erwirbt, muss diese meist ganz oder in größeren Teilen fremdfinanzieren. Damit verbunden sind langjährige Zahlungsverpflichtungen, die auch Risiken in sich bergen. Das
Risiko einer Baufinanzierung lässt sich allerdings verringern, wenn bestimmten Regeln bereits vor dem Kauf der Immobilie und damit auch vor Abschluss des Kreditvertrages beachtet werden.
Kredit: Eine gute Kalkulation ist Gold wert
Beim Kauf einer Immobilie ist nicht nur der Kaufpreis selbst in die Haushaltsrechnung mit einzubeziehen: Die Nebenkosten, die durch den Erwerb eines Hauses oder einer Wohnung anfallen, dürfen ebenfalls nicht unterschätzt werden. So werden zunächst für die Leistungen des Notars und den Eintrag ins Grundbuch rund 1,5 Prozent des jeweiligen Objektpreises fällig. Wer über einen Makler zu seiner Wunschimmobilie kommt, zahlt an diesen
zusätzlich eine Provision: Diese liegt zwischen 3,57 und 7,14 Prozent des Objektpreises. Zu beachten ist außerdem die Grunderwerbsteuer, die Immobilienbesitzer jährlich zu entrichten haben: Sie beträgt je nach Bundesland zwischen 3 und 5 Prozent des Kaufpreises. Insgesamt betragen die Nebenkosten einer Immobilie bis zu rund 13 Prozent des Kaufpreises – je nach Wert der Immobilie kommen so
beträchtliche Zusatzkosten auf den Käufer zu. Bei der Berechnung, welche Kredithöhe man sich im Einzelfall auch tatsächlich leisten kann, sollten die Nebenkosten deshalb unbedingt mit einbezogen werden. Eine Fehlkalkulation kann sonst schnell zum finanziellen Desaster werden.
Immobilienkredit: Oft ist ein Finanzierungsmix sinnvoll
Die günstigste Finanzierung eines Eigenheims ist natürlich die Finanzierung über Eigenkapital. Doch in den meisten Fällen macht dieses nur rund 10 bis 30 Prozent der Gesamtfinanzierungssumme aus. Der Rest wird in der Regel über einen Bankkredit abgedeckt. Hier gilt es jedoch geschickt zu kombinieren: Häufig ist es möglich, einen Teil der
Finanzierung über ein zinsgünstiges Förderdarlehen, etwa über die
KfW-Bank, abzudecken. Auch Arbeitgeberkredite können einen Teil des Objektpreises günstig finanzieren. Bei der Kombination verschiedener Finanzierungsformen ist es wichtig, sich den Effektivzins der Gesamtfinanzierung errechnen zu lassen: Nur so können Käufer eine realistische Preisvorstellung erhalten.
Welcher Kredit ist der günstigste?
Die Auswahl des Kreditgebers entscheidet maßgeblich darüber, wie günstig der
Immobilienkredit schlussendlich ausfällt. Es ist deshalb unbedingt anzuraten, mehrerer
Kredit Angebote einzuholen, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Ein Kreditvergleich im Internet schafft eine gute Grundlage für die Auswahl der in Frage kommenden Banken. Bei der Verhandlung mit Kreditgebern sollten
Immobilienkäufer außerdem nicht zu zögerlich vorgehen: Gerade dann, wenn Eigenkapital in die Finanzierung mit eingebracht wird, besteht oftmals Verhandlungsspielraum. Es ist möglich, den Zinssatz zu Gunsten des Käufers zu verhandeln – oder auch Sonderklauseln in den Kreditvertrag einzubinden: So kann beispielsweise die Möglichkeit zur Sondertilgung eingeräumt werden, oder die Option zur Ratenaussetzung im Kreditvertrag verankert werden.